Schlossklänge

#2 | Türmer

© Streiflicht Produktion

Hörbare Herrschaft: Die musikalische Rolle der Marburger Türmer

Nach dem Tod Philipps des Großmütigen wurde Hessen unter seinen Söhnen aufgeteilt. Ludwig IV. erhielt Marburg als Residenzstadt und baute das Schloss weiter aus. Ein markantes Bauwerk aus dieser Zeit war der Schloss-Turm. Er war Symbol für Macht und Herrschaft, hatte aber vor allem eine zentrale Bedeutung als Teil der Verteidigungsanlage. Durch Horn oder Feuerglocke machten die Turmwächter, auch Türmer genannt, auf Gefahr aufmerksam.

Besonders in Marburg hatten die Türmer eine weitere, bedeutende Rolle: Sie spielten mehrmals täglich Choräle vom Turm. Diese Musik war nicht nur ein Zeichen der Macht, sondern auch ein Mittel zur Erinnerung an die herrschende Autorität. Die Türmer, die diesen Dienst verrichteten, waren nicht nur Wächter, sondern auch Berufsmusiker. Sie spielten auch bei Hochzeiten, bürgerlichen Tanzveranstaltungen, Dorfkirmessen und unterstützten den Gottesdienst.

Die Türmer galten über Jahrhunderte hinweg als die wichtigsten Repräsentanten der städtischen Instrumentalmusik. Der letzte Marburger Türmer, Johann Julius Abel, trat 1870 zurück und beendete damit eine lange Tradition der Turmmusik.

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